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Die ersten 30 Tage ohne Glücksspiel: ein einfacher Geldplan

Glücksspiel hinterlässt seine deutlichsten Spuren beim Geld: leere Konten, Schulden, Kontoauszüge, die niemand gesehen hat. Du musst nicht im ersten Monat alles lösen. Aber das Geld dorthin zu bringen, wo der Drang nicht hinkommt, ist eine der stärksten Stützen.

Woche 1: Geld aus der Reichweite des Drangs bringen

  • Gespeicherte Karten entfernen. Sind deine Kartendaten bei Wettanbietern, in Bezahl-Apps oder im Browser gespeichert, nimm sie heraus. Im schwachen Moment ist eine gespeicherte Karte der kürzeste Weg.
  • Frag deine Bank, ob sie eine Sperre für Glücksspielzahlungen anbietet. Wenn nicht, kannst du oft Online-Zahlungen ausschalten oder die Limits senken. Beides sind einfache Schritte, die du in einem ruhigen Moment machst.
  • Hab weniger Bargeld dabei. Nur das, was du für den Tag brauchst.
  • Gib deine Karten einer Vertrauensperson. Für eine Zeit. Das ist keine Strafe, sondern dein ruhiges Ich, das Vorsorge gegen dein Ich im Drang trifft.

Woche 2: das ganze Bild anschauen

Auf die Schulden zu schauen, kann Angst machen, aber unbekannte Schulden wiegen schwerer als bekannte. Schreib auf einem Blatt oder in einer Tabelle jede Schuld auf: bei wem, wie viel, bis wann. Allein das Aufschreiben beruhigt den Lärm im Kopf.

Die Liste mit einem Menschen zu teilen, dem du vertraust, ist der schwerste und beste Teil. Schulden allein zu tragen, nährt den Gedanken „ein großer Gewinn und die Schulden sind getilgt“.

Woche 3: ein Plan für den Zahltag

Der Zahltag ist für viele, die aufgehört haben, einer der riskantesten Tage. Richte Miete, Rechnungen und Raten so ein, dass sie gleich nach dem Geldeingang automatisch abgehen. Und wisse vorher, wie viel dir wirklich bleibt.

Woche 4: zählen, was geblieben ist

Zähl am Ende des Monats die Tage ohne Spielen und das Geld, das nicht ins Spielen geflossen ist. Vielleicht geht es in die Schulden, und das ist völlig in Ordnung. Leg aber etwas für dich zur Seite: ein Essen, ein Geschenk, etwas, das du aufgeschoben hast. Mach die Belohnung für einen Monat ohne Glücksspiel zu etwas, das du anfassen kannst.

Geld zu schützen reicht allein nicht, die Tür muss auch zu. Watchover sperrt Glücksspielseiten auf deinem Handy und sichert den Schutz in einem ruhigen Moment. Wird er ausgeschaltet, erfährt es jemand, dem du vertraust, binnen Minuten. Bei der Einrichtung schaut ihr gemeinsam auch auf die Türen außerhalb des Handys, etwa gespeicherte Karten und Passwörter.

Sind die Schulden groß, geh nicht allein damit um

Übersteigen die Schulden deutlich, was du bezahlen kannst, versuch nicht, es allein zu lösen. Eine kostenlose, gemeinnützige Schuldnerberatung kann den Überblick schaffen, und ein offenes Gespräch mit der Bank über Rückzahlungsmöglichkeiten und mit der Familie ist viel sicherer als „noch ein Einsatz, dann sind die Schulden getilgt“. Die ersten Schritte beim Spielen selbst findest du im Ratgeber Spielsucht: So hörst du mit dem Spielen auf.

Häufige Fragen

Soll meine Familie meine Spielschulden bezahlen?

Schulden stillschweigend zu begleichen hält den Kreislauf meist am Laufen. Besser wirkt Unterstützung, bei der die Schulden gemeinsam aufgelistet werden, ein Rückzahlungsplan offen vereinbart wird und das Geld eine Zeit lang gemeinsam verwaltet wird.

Muss ich meine Karten ganz kündigen?

Nicht unbedingt. Für viele ist es ein guter Anfang, Online-Zahlungen auszuschalten, Limits zu senken, gespeicherte Karten zu entfernen und bei der Bank nach einer Sperre für Glücksspielzahlungen zu fragen. Triff die Entscheidung in einem ruhigen Moment.

Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung.