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Warum gesperrte Casino-Seiten so schnell wieder da sind
Eine Wettseite wird gesperrt, und du denkst: gut, das war's. Am nächsten Tag ist dieselbe Seite wieder da, unter einer neuen Adresse mit hochgezählter Nummer am Ende. Das ist kein Pech. Bei Anbietern ohne Lizenz gehört das zum Geschäftsmodell.

Gesperrt zu werden ist für diese Seiten Alltag
Gegen Online-Glücksspiel ohne deutsche Erlaubnis gehen die Behörden mit mehreren Mitteln vor. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) nennt unter anderem Untersagungsverfahren, Netzsperren gegenüber Zugangsvermittlern (IP-Blocking) und Zahlungsuntersagungen gegen Finanzdienstleister (Payment-Blocking). Sie schreibt aber selbst, dass ein Payment-Blocking nicht unmittelbar dazu führt, dass ein Angebot den deutschen Markt verlässt, und dass die Anbieter oft in Ländern außerhalb der EU sitzen.
Die Seiten sind darauf eingestellt: Dieselbe Seite, dieselben Konten und dasselbe Guthaben ziehen auf eine neue Adresse um. Oft ist die neue Adresse leicht zu erraten: Die Zahl am Ende steigt um eins, ein Buchstabe ändert sich oder ein Wort kommt dazu. Die „neue Login-Adresse“ wird sofort über soziale Medien, Messenger-Kanäle und SMS verbreitet. Gesperrt ist dann die alte Adresse, nicht die Seite.
Warum eine Liste mit Adressen nicht reicht
In der Bildschirmzeit oder einer Browser-Erweiterung kannst du Glücksspielseiten einzeln eintragen. Aber eine Liste ist in dem Moment veraltet, in dem du sie schreibst:
- Bis du eine Adresse einträgst, ist die Seite vielleicht längst umgezogen.
- Jede neue Adresse musst du selbst finden und nachtragen. Das heißt, regelmäßig nach Glücksspielseiten zu suchen, keine gute Beschäftigung, wenn du aufhören willst.
- Eine Liste, die du selbst angelegt hast, kannst du im schwachen Moment auch selbst wieder löschen.
Sperren nach Muster
Haltbarer ist es, Adressen nicht einzeln, sondern an ihrem Muster zu erkennen. Hängt eine Seite an denselben Namen immer eine andere Zahl, kann die Sperre diesen Namen und dieses Muster erkennen und die neue Adresse erfassen, noch bevor sie verbreitet wird.
Genauso wichtig: Die Liste wird auf einem Server gepflegt und nicht von dir. Dann musst du nie nach neuen Adressen suchen.
So arbeitet Watchover. Die Sperre läuft über Muster; auch Seiten, die mit hochgezählter Nummer am Ende zurückkommen, werden erkannt. Die Liste wird auf dem Server aktualisiert, du musst nichts tun. Den Schutz sicherst du in einem ruhigen Moment, und wird er ausgeschaltet, erfährt es jemand, dem du vertraust, binnen Minuten.
OASIS reicht dafür nicht
Die bundesweite Spielersperre OASIS gilt bei den Anbietern, die in Deutschland eine Erlaubnis haben. Sie ist ein wichtiger Schritt, aber Anbieter ohne deutsche Lizenz fragen OASIS nicht ab, und manche werben sogar mit „Casino ohne OASIS“. Ob ein Anbieter erlaubt ist, siehst du in der Übersicht erlaubter Anbieter der GGL. Wie die Sperre funktioniert und wo ihre Lücke liegt, steht im Ratgeber zur OASIS-Sperre.
Den Weg schließen, nicht nur die Seite
Keine Sperre ist perfekt; wer entschlossen ist, findet im Zweifel einen Weg. Das Ziel ist aber kein perfekter Käfig, sondern dass der Weg im Moment des Drangs länger wird und du in diesem Moment nicht allein bist. Schließe deshalb neben den Seiten auch die anderen Türen: gespeicherte Karten bei Wettanbietern löschen, Wett-Apps entfernen, die Nachrichten mit „neuer Adresse“ stummschalten. Mehr dazu in Spielsucht: So hörst du mit dem Spielen auf.
Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung.